Die BenQ ScreenBar - Getestet und für gut befunden

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Das ist so großartig. Du musst dir auch unbedingt eine kaufen!” Das, oder etwas ähnliches habe ich ungelogen von jedem gehört der siche eine Lichtleiste für den Monitor gekauft hat. Lange drüber nachgedacht mir auch eine zu kaufen und dann war da plötzlich diese DM von BenQ auf Twitter.

Info

Die Lampe wurde mir von BenQ kostenfrei überlassen. BenQ hat diesen Post weder vor Veröffentlichung gelesen noch gab es seitens BenQ Vorgaben über den Inhalt des Reviews.

Ende Mai hatte ich plötzlich eine DM vom Support von BenQ in meinem Twitterpostfach und sie fragten mich ob ich denn nicht die BenQ Screenbar testen möchte. Gerade für mich als jemand der viel Zeit vor dem PC verbrächte, wäre die perfekt. Da ich wie gesagt eh schon lange mit dem Gedanken gespielt habe, sagte ich zu und nach ein paar weiteren DMs und E-Mails hatte ich ein paar Wochen später ein Päckchen in der Hand. Dann wollen wir mal los Influencern!

But first things first: Wieso will man eigentlich eine Screenbar haben?

Das grelle Liche von Monitoren, wer hätte es gedacht, reizt auf Dauer die Augen. Vielleicht war da also doch was dran wenn die Eltern früher gesagt haben, man bekommt viereckige Augen wenn man zu viel vorm Monitor sitzt?! Vorallem wenn es im Raum nicht ausreichend hell ist, sind die hell strahlenden Monitore noch unangenehmer. Um jetzt nicht den ganzen Raum mit einer Deckenlampe zu beleuchten haben die Meisten vermutlich eine Schreibtischlampe. Hier ist jedoch oft das Problem dass es zu Reflexionen im Monitor kommt weil das Licht breit gestreut wird. Die Lampe rumdrehen und nach hinten gegen die Wand strahlen lassen (siehe meine altes Setup in den Fotos weiter unten), macht zwar schönes Licht für Videotelkos aber ist auf Dauer genauso unangenehm wie die Monitore weil man direkt in eine hell strahlende Fläche schaut. Screenbars haben jetzt seit einigen Jahren eine coole Lösung für das Problem gefunden: Man montiert sie an der Oberkante des Monitors und sie strahlen mit einem sehr kleinen Winkel das Licht nach unten auf den Schreibtisch. Somit hat man keine Reflexionen auf dem Monitor und hat eine hell ausgeleuchtete Umgebung zum arbeiten und durch die Montage oben am Monitor sogar noch Platz auf dem Schreibtisch gespart im Vergleich zu einer klassischen Schreibtischlampe. Ob die Screenbar von Benq das auch alles leisten kann, schauen wir uns jetzt mal an.

Alle einzelteile auf einem Holztisch. Vorne liegt die Screenbar, dahinter die Monitorhalterung und ein USB Kabel

Die Innenseite der Packung (oben im Headerfoto) ist schonmal ganz cool designt und das Inlay dient direkt als kleine Anleitung und erklärt alle Bauteile und ihre Funktionen. Jedoch ist da auch garnicht so viel zu erklären und die meisten bekommen das vermutlich nach kurzem ausprobieren auch ohne Anleitung bedient. In der Packung befindet sich der Klemmmechanismus der auf Monitore von 1-3cm Dicke passt und auch echt stabil gebaut und ausreichend schwer ist, da wackelt nichts. Daneben liegt die eigentliche Lichtleiste mit 4 Touchbuttons auf der Oberseite und einem USB-C Anschluss mittig auf der Rückseite, sowie ein passendes USB-A auf USB-C Kabel. Die linken beiden Knöpfe der Lichtleiste sind zuständig für Helligkeit und Farbtemperatur und indem man sie gedrückt hält, verändert man den jeweiligen Wert. Auf der rechten Hälfte befindet sich einmal der Knopf um die Screenbar in den Automatik-Modus zu bringen, sowie der Ein/Aus Schalter.

Da ich persönlich das “scrollen” durch die Helligkeit und Farbtemperaturwerte etwas mühselig fand, habe ich die Lampe eigentlich durchgehend im Automatikmodus betrieben. Ob man im Automatikmodus ist merkt sich die Lampe auch nach dem ausschalten weswegen ich eigentlich selten was anderes außer dem ganz rechten Knopf drücken muss um die Lampe an oder aus zu machen. Den Rest macht der Automatikmodus über den an der Oberseite der Screenbar platzierten Lichtsensor.

Ein paar Worte zum Automatikmodus: Zu 99% funktioniert der erstaunlich gut und tut genau was ich wollte. Sowohl Tagsüber als auch mitten in der Nacht in einem stockdunklen Raum hat die Lampe eine angenehme Einstellung gefunden. In den restlichen 1% der Fälle flackert die Lampe mal kurz. Meine Vermutung ist, dass sich hier die Umgebungshelligkeit an einem Grenzwert befindet und die Lampe dann springt. Das passiert jedoch (außer einmal beim Einschalten wenn die Lampe das erste mal den richtigen Wert finden muss) relativ selten und ist für mich jedenfalls nicht sonderlich störend.

Ein Foto von hinter dem Monitor seitlich auf die Halterung der Lampe. Man sieht das große runde Gegengewicht hinter dem Monitor

Die Montage der Lampe ist schnell gemacht: Die Lichtleiste von unten in den Haltearm klicken, das USB Kabel von hinten in die Screenbar und dann von oben auf den Montor klemmen. Fertig! Also hatte ich jedenfalls gehofft… Bei der Montage der Lampe bin ich nämlich schnell wieder an die Ingenieurskunst bei Samsung erinnert worden (siehe dieser Tweet von mir). Dadurch dass der VESA-Mount nämlich bei meinen Monitoren so weit oben ist, ist da kein Platz für die Halterung der Screenbar! Ich musste die Screenbar also leicht zur Seite versetzen. Da ich zwei Monitore nebeneinander stehen habe, fällt das nicht so stark auf da die Leiste jetzt sogar, bezogen auf beide, etwas mittiger hängt. Bei einem einzelnen Monitor könnte das Menschen, deren ästhethische Ansprüchen höher sind als meine, vermutlich stören. Das Problem mit dem merkwürdigen VESA-Mount werden hoffentlich nicht viele von euch haben, jedoch sollte bspw auch bedacht werden wo man man die Webcam hinhängt falls man hier bereits ein externes Modell auf dem Monitor klemmen hat.

Nachdem die Lampe auf dem Monitor hängt, ist die nächste Frage wohin mit dem USB-Kabel: Menschen die ihren Tower unterm Schreibtisch stehen haben, bekommen hier jetzt vermutlich ein kleines Problem aber bei Towern auf dem Tisch oder bei Monitoren mit integriertem USB-Hub ist das Kabel mehr als ausreichend. Auch zieht die Lampe auf maximaler Helligkeit laut meinem Messgerät nur etwa 0,8A (Datenblatt: Max. 1A) womit man auch keine Angst vor ausgebrannten USB-Ports haben muss.

Foto von vorne von meinem Schreibtisch im abgedunkelten Zimmer. Links steht ein Laptop, dann zwei große Monitore, dann ein Desktop gehäuse. Die Screenbar hängt auf dem linken Monitor und beleuchtet den Schreibtisch. Auf dem Schreibtisch liegt eine blaue Deskmat mit bunten Planeten und darauf ein kleines graues Keyboard, eine schwarze Maus und ein Notizzettel mit Kugelschreiber. Unter den Monitoren stehen 2 Boxen, eine Kaffeetasse und ein Audiointerface.

Auf dem vorherigen Bild seht ihr mein aktuelles Schreibtisch-Setup: Ganz links mein Arbeitslaptop, dann 2x 27” auf einem Monitorarm und rechts daneben mein Tower. Den Raum hab ich für das Foto ein bisschen abgedunkelt und man sieht hier schon relativ gut den Effekt einer Screenbar: Die Tischfläche ist von links am Laptop bis fast ganz rechts ausreichend beleuchtet, blendet aber nicht. Durch die gesteigerte Umgebungshelligkeit kann man so deutlich entspannter am Rechner sitzen, und der Lichtkegel der Screenbar ist tatsächlich so schmal dass er weder den Monitor noch die Augen trifft was sehr angenehm ist. Einzig bei Monitoren mit glossy Rahmen wie bei mir, sieht man eine kleine Reflektion auf dem unten Teil des Rahmens der aber nicht störend ist.

Fazit

Ich bin begeistert! Das Ding macht einfach so unfassbar angenehmes Licht, das ich sie jetzt seit fast 2 Monaten fast täglich an habe. Mittags wenn es schon nur ein bischen dämmert, an bewölkten Tagen oder auch mitten in der Nacht beim zocken läuft die Screenbar durchgehen im Automatikmodus und es ist eine Wohltat für die Augen.

Pluspunkte der BenQ Screenbar sind auf jeden Fall die top Verarbeitung, eine super Helligkeit und der richtig gute Automatikmodus.

Negativ anzumerken ist der doch recht hohe Preis, das Flackern des Automatikmoduses das es meiner Meinung in dieser Preiskategorie einfach nicht geben sollte, sowie das Fehlen einer Fernbedienung.

Bezüglich der Fernbedienung (egal ob jetzt physikalisch oder als App) muss man jedoch sagen dass das einfach eine persönliche Präferenz ist. Ich dachte vor der Benutzung dass mir das doch recht wichtig ist, aber da mich der Automatikmodus vollends überzeugt hat, wäre die Fernbedienung bei mir eh nur eingestaubt.

Falls ihr jetzt auch an der BenQ Screenbar Interesse habt, bekommt ihr die sie aktuell bei Amazon zu einem Preis von 109€.

Für 139€ bekommt ihr die großen Schwester die “Screenbar Plus” die dann auch eine kabelgebundene Fernbedienung hat, und für 169€ gibts das Spitzenmodell “Screenbar Halo” mit kabelloser Fernbedienung und einer zusätzlichen Lampe in der Monitorhalterung die wie bei einem Fernseher mit Ambilight die Wand hinter eurem Monitor beleuchten kann.

Zum Ausprobieren gibts aber auch schon Monitorlichtleisten im Preisbereich von ~50€ von bspw. Xiaomi, die sogar oft schon mit einer Fernbedienung kommen, aber dann eventuell bei den Punkten Verarbeitungsqualität oder Lichtleistung sparen.