Freifunk für Refugees

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“Wir haben seit heute Nacht auch eine Flüchtlingsunterkunft in Eberstadt.” Die WG stand kaffeeschlürfend in der Küche als einer meiner Mitbewohner von seiner Nachtschicht bei der Freiwilligen Feuerwehr nach Hause kam und diesen Satz sagte.

Unser erster Gedanke: Wir sollten da mal ein bisschen Internet hinbringen! Freifunk Communitys in ganz Deutschland sind gerade in den Medien für ihren ehrenamtlichen Einsatz vor Ort um Flüchtlingsunterkünfte mit freiem Internet zu versorgen. Da die Unterkunft nur ca. 500m von unserer WG entfernt war, nahmen wir uns der Sache an. Wenige Stunden später war ich zusammen mit evilet und gariepinus auf dem Weg zur örtlichen Sporthalle.

Vor Ort sprach ich mit dem Einsatzleiter der Feuerwehr und erklärte ihm unser Vorhaben.“Da muss ich erst oben Nachfragen” war seine Antwort. Also Visitenkarte abgegeben und erstmal wieder heim.

Die nächsten Tage waren gefüllt mit unzähligen Anrufen und Emails von Mitarbeitern der Stadt, der Feuerwehr, der Stabsleitung der Feuerwehr, dem Hochschulrechenzentrum und einigen Anwohner neben der Halle von denen wir hofften Internetuplink zu bekommen.

Das Problem war, das niemand wusste was und wann passieren wird. Zwischenzeitlich sollte die Halle wieder geräumt werden, da keine neuen Flüchtlinge kommen sollten. Einen Tag später kam wieder ein Bus mit 200 an. Die Einsatzleitung vor Ort wechselte auch regelmäßig und da es natürlich wichtigere Dinge zu regeln gab, als WLan, gingen einige Informationen zwischendurch unter und mussten neu geklärt werden.

Zusammen mit den anderen Freifunker/innen von Freifunk Darmstadt haben wir es dann aber geschafft einen Internetanschluss von der Stadt direkt in die Halle zu bekommen. Großen Dank hier an die HSE Medianet für das bereitstellen des 100MBit Uplinks in der Hirtengrundhalle.

Es konnte also endlich angeschlossen und verkabelt werden! Zusammen mit ein paar helfenden Händen vom lokalen Hackspace Chaos Darmstadt ging es also wieder in die Halle um Kabel zu verlegen und Router aufzubauen. Ein paar Stunden später standen auf dem Gelände 4x WDR4300, ein Thinclient als VPN Offloader, ein Switch, und viele Meter Netzwerkkabel.

Das alles während meiner Klausurphase zu managen war zwar recht stressig, aber ich hatte viel Unterstützung von allen Seiten und gemeinsam hat man dann doch was ziemlich cooles auf die Beine gestellt.

Danke an alle die dabei mitgeholfen haben! #RefugeesWelcome

P.S: Die ganzen tollen Menschen von Freifunk Darmstadt haben natürlich auch die anderen Unterkünfte mit WiFi versogt, und sogar darüber gebloggt.